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Nur der Freistaat Sachsen leistet sich den Buß- und Bettag als Feiertag. Viele Sachsen nutzen ihn lediglich zum Ausschlafen oder Einkaufen in benachbarten Bundesländern. Wären nicht alle Bundesländer gut beraten gewesen, gerade in diesem Jahr den Buß- und Bettag zum Feiertag zu erklären? Ist es nicht an der Zeit, an Umkehr zu denken und sie zu praktizieren? Denn Buße ist ein Übersetzungsversuch des griechischen Begriffs metanoia. Das Wort findet sich mehrfach in der Bibel. Es bedeutet „Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens“. Lautstark fordern Greta und Freunde ein Umdenken in der Energie- und Umweltpolitik. Auch in Fragen des Gesundheits- und Pflegewesens ist umdenken angesagt. Aktuell geht es um die Corona-Krise. Manche fordern mehr restriktive Maßnahmen. Für andere ist undenkbar, dass es Corona überhaupt gibt – also muss man niemanden schützen. Doch Umdenken und Umkehr kann Leben retten! Umdenken kann helfen, damit unsere Gesellschaft nicht weiter auseinander reißt. Auch bei unterschiedlichen Sichten und Entscheidungen können wir friedlich miteinander aushalten, was uns das Leben gerade schwer macht. – Aber dazu müssen wir uns abkehren, abwenden von der Sicht, dass allein bei uns der Schlüssel aller Weisheit und Erkenntnis liegt. Und wir müssen uns hinwenden zu unserem Nächsten, unserem Mitmenschen.

Doch es gibt noch an eine andere Richtung, an die der Buß- und Bettag erinnert: Neben der Umkehr von einem verkehrten Weg und der Zuwendung zu unserem Mitmenschen, geht es um die Hinwendung zu dem, der unser Leben in Ordnung bringen möchte. Zur Buße kommt das Beten: das Gespräch mit der Lebensquelle. Beim Reden mit Gott bekommt unser Leben die richtige Richtung. So kann aus dem Buß- und Bettag wirklich ein FEIERTAG werden.

In diesem Sinn:
Uns und unserem Land einen gesegneten Buß- und Bettag wünscht

Pfarrer und Seelsorger Thomas Günzel